Samstag, 22. November 2014

Teil 3: Ausflug nach Cachi y las Salinas Grandes

Verzeiht den großen Abstand zu meinem letzten Eintrag. Aber der Alltagsstress hat mich doch ein wenig überrannt. Vollständigkeitshalber möchte ich euch aber die schönen Bilder die ich auf meinem letzten Urlaub gemacht habe nicht vorenthalten. Also:

An den beiden darauffolgenden Tagen habe ich „Cachi“ und die „Salinas Grandes“ besucht.
(Quelle: Google Maps)

Cachi ist ein sehr kleines Dorf (2000 Einwohner), mitten in den Bergen. Wikipedia schreibt: „Cachi gehört zusammen mit der Provinzhauptstadt Salta und dem idyllischen Weinort Cafayate zu den drei Hauptattraktionen der Provinz. Der Ort Cachi ist in kolonialer Architektur gebaut und umgeben von Bergen in den Valles Calchaquíes.“ Eigentlich gibt’s da nicht wirklich viel zu sehen, außer ein paar Andenken-Läden und Cafés – aber es gab ein paar Hippies auf dem Plaza, dem  Marktplatz mit denen ich mich ein bisschen unterhalten konnte. Sie haben Musik gemacht und selbstgemachte T-Shirts und Räucherstäbchen-Halter verkauft und so kam es, dass ich jetzt ein T-Shirt von einem argentinischen Hippie besitze J
Am nächsten Tag ging es dann zu den Salinas Grandes – Die Karte oben verrät es schon ein bisschen: eine Salzwüste! Darauf hatte ich mich von vornherein am meisten gefreut. Wir fuhren über San Salvador de Jujuy nach Purmamarca. Dort hielten wir zuerst am cerro de los siete colores (dem Berg der sieben Farben) und machten wieder fleißig Fotos.

In Purmamarca gabs dann noch einen echt großen Markt mit Andenken, wo ich auch das eine oder andere Mitbringsel und mir selbst eine echt tolle Jacke gekauft habe.


Danach fuhren wir immer immer höher in unglaublichen Serpentinen – meine Wasserflasche zog sich schon zusammen aufgrund des höheren Luftdrucks.

So weit das Auge reicht: beeindruckende Berglandschaften!



Auf dem höchsten Punkt (4170m über NN) hielten wir dann nochmal kurz um ein Foto zu machen – und wie ihr es an meinem Gesichtsausdruck vielleicht schon erkennt: So dünne Luft ist echt gewöhnungsbedürftig!!! Glücklicherweise sind ist die Salzwüste dann wieder in einem Tal gewesen, sodass ich dort wieder halbwegs durchatmen konnte.

Und die Salzwüste war echt beeindruckend! Weiß! So weit das Auge reicht! Viele machten die typischen Jump-Fotos, ich aber nur ein Erinnerungsfoto (auf dem ich übrigens meine neue Jacke schon an hab), das diesen beeindruckenden Ort natürlich nicht wirklich wiedergibt – wie das immer so ist…

Als wir dann abends irgendwann zurück in Salta waren viel ich todmüde ins Bett und freute mich, dass ich so schlau gewesen war die Rückreise erst für den übernächsten Tag geplant zu haben – so hatte ich noch einen Tag, an dem ich in Ruhe noch mal durch Salta bummeln konnte und dann am darauffolgenden Tag zurück nach Asunción gefahren bin.
Die Rückreise war dann auch wieder ein wenig spannend. In Salta konnte ich nämlich nur ein Ticket nach „Clorinda“ (die letzte Stadt auf argentinischer Seite – etwa 30km entfernt von Asunción) lösen – nicht direkt nach Asunción. Angeblich sei es auch in Resistencia nicht möglich. Ich kaufte also das Ticket. In Resistencia dann, gab es dann nicht nur Tickets direkt nach Asunción (aber von einer anderen Busgesellschaft), nein, ich durfte auch gefühlte fünf Stunden auf meinen ja bereits bezahlten Bus nach Clorinda warten – eigentlich hätte ich nur 1,5 Stunden Aufenthalt dort gehabt. Natürlich konnte mir auch niemand sagen wie viel Verspätung mein Bus hat bzw. ob er überhaupt noch kommt – als ich bei der Busgesellschaft (am Schalter) nachgefragt habe, sagt man mir nur, dass ich doch gefälligst schnell wieder nach draußen  gehen solle um den Bus nicht zu verpassen!
Irgendwann kam der Bus dann glücklicherweise und fuhr mich auch nach Clorinda. Dort hatte ich dann tierisches Glück, dass ich noch einen Platz in einem Bus erwischt habe, der in einer halben Stunde losfuhr. Ich weiß gar nicht ob sonst noch ein regulärer Bus gefahren wäre, oder ob das der letztmögliche war. Sonst hätte ich mir wohl ein Taxi bis zur Grenze nehmen müssen, oder meine Gastfamilie anrufen müssen, dass sie mich abholen. Der Bus war steinalt, versifft und mega voll – Gurte gab es auch keine mehr – aber das war ich fast schon gewöhnt. An der Grenze dann wieder das typische Aus- und Einreise-Prozedere und dann kamen die Chipa-Verkäufer auch schon wieder in den Bus und wollten „dos Mil“ – also zwei Tausend Guaranies und keine Pesos mehr für ihre Produkte haben. Das fühlte sich doch schon wieder heimisch an!
Und als der Bus dann auf der Zielgeraden – ca. 800m vor dem Busterminal Asuncións starb, hatte ich dann die Ruhe weg, stieg aus und direkt in den nächsten Bus in Richtung Gastfamilie ein – da kannte ich mich dann ja wieder aus – das war ein schönes Gefühl! Als ich dann erschöpft von dieser insgesamt über 24-stündigen Fahrt erschöpft zuhause ankam, war von meiner 6 köpfigen Familie, außer den 3 Hunden natürlich, die sich tierisch freuten, niemand da. Das fand ich echt ein bisschen schade, fiel dann aber todmüde in mein Bett. Am nächsten Tag konnte ich dann allen von meinen Abenteuern erzählen und Fotos zeigen – das war schön!

Insgesamt war es eine wirklich schöne, wenn auch echt anstrengende Woche, die mir Lateinamerika noch einmal von einer ganz anderen Seite gezeigt hat. Schöner wäre es vielleicht noch gewesen, wenn ich nicht allein gereist wäre – aber ich hätte es auch bereut, wenn ich nur, weil niemand mitkommen wollte, es nicht gemacht hätte. Ich habe unbeschreibliche Orte gesehen – die ich sehr gerne noch mal wieder sehen möchte!

Sonntag, 5. Oktober 2014

Mis últimas vacaciones – Teil 2: Cafayate

Mis últimas vacaciones (3.-9. Juni 2014)

Früh am nächsten Morgen wurde ich dann von einem Großraumtaxi/ Kleinbus direkt an meinem Hostel abgeholt und unsere kleine Reisegruppe wurde begleitet durch einen Guide durch die Quebrada (~Gebirgslandschaft) ins ca. 200km entfernte Cafayate gefahren. Diese Berge sind echt beeindruckend, wenn man sonst nur die Harburger Berge kennt ;-)


Der Guide erklärte einiges zur wirklich atemberaubenden Landschaft und wir hielten an Aussichtpunkten und Sehenswürdigkeiten um Fotos zu schießen. Unter anderem am Garganta del Diabolo (der Teufelsschlucht) und am Anfiteatro, einem natürlichen Amphitheater.


Da Cafayate besonders für seinen Wein berühmt ist, wurden wir dort auch direkt durch ein Weingut geführt und nahmen auch an einer Weinprobe teil - und weil der Wein wirklich lecker war entschied ich mich meinen Gasteltern eine Flasche davon mitzubringen. Und nachdem wir die 200 km dann wieder zurückgelegt hatten, wurden wir gegen 18h zurück zu unseren Hostels gebracht. 
Obwohl ich ja eigentlich nur im Kleinbus gesessen hatte, war ich nach diesem ~11 stündigen Trip, wahrscheinlich auch der vielen neuen Eindrücke wegen tierisch erschlagen. Ich schrieb noch ein wenig Tagebuch und plante die nächsten Tage. Die Touren konnte ich nämlich sogar bei der Recepcionista (Rezeptionistin) meines Hostels buchen! Morgen geht’s nach Cachi (der Argentinier sagt: „Katschi“)!

Dienstag, 30. September 2014

Mis últimas vacaciones – Teil 1

Ja, seit meinem letzten Blogeintrag ist viel Zeit vergangen. Jetzt habe ich meinen Umzug in meine (alte) WG - zurück nach Lübeck - hinter mir und mich auch schon mit dem einen oder anderen Problemchen rumschlagen müssen. Insgesamt kann ich aber eindeutig sagen, dass ich glücklich bin wieder hier zu sein - auch wenn es jetzt leider unweigerlich kälter wird.
Da ich noch einige Geschichten zu erzählen habe, möchte ich dies jetzt gerne nach und nach tun. Klar, werden meine jetzigen Berichte nicht mehr ganz so „nah dran“ sein wie die anderen Einträge, denn schließlich konnte ich sie jetzt - im Gegensatz zu den immer sehr „Frischen“ eine gewisse Zeitlang verdauen und verarbeiten, trotzdem bzw. gerade deswegen hoffe ich, dass ich euch einen guten Eindruck von dem Erlebten vermitteln kann. Zuerst soll es um meinen letzten Urlaub gehen - mis últimas vacaciones (3.-9. Juni 2014) J


Ich habe den Bildschirmausschnitt extra so groß gewählt, damit man die Entfernungen im Verhältnis zueinander sehen kann: Die Reise nach Montevideo & Buenos Aires war ähnlich weit entfernt. (Quelle: Google Maps)

Mein letzter Urlaub führte mich nach Salta, Argentinien. Salta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordwesten Argentiniens und liegt am Fuße der Anden. Genau, ich als Norddeutsche wollte endlich mal richtige Berge sehen, und habe mich deswegen auf eine 18 stündige Busreise dorthin aufgemacht (Ja, Google sagt zwar, dass man weniger Zeit dafür bräuchte - aber ich behaupte, dass ich mindestens 18 Stundenunterwegs war). Ich habe mir in Asunción zwar nur das Ticket nach Resistencia (Argentinien) kaufen können, aber wie mir versichert wurde, sei es kein Problem dort in den richtigen Bus umzusteigen. Eines der vielen Busunternehmen, die diese Route anbieten konnte mir sogar einen Flyer geben, auf dem die Abfahrtzeiten des kooperierenden Busunternehmens in Argentinien standen. Also entschied ich mich dort mein Ticket zu kaufen.
Und tatsächlich hatte ich trotz Verspätung (welch Überraschung!) großes Glück und konnte in Resistencia gerade noch meinen Anschlussbus kriegen. Nach insgesamt ~1200km und einer nicht wirklich erholsamen Nacht kam ich dann in den frühen Morgenstunden in Salta, la Linda an. Und ja: die Stadt war wirklich schön! Auch, oder gerade weil es anfangs noch sehr vernebelt war - so konnte ich durch den sich zügig auflösenden Nebel,  immer mehr dieser schönen Stadt entdecken. Ich suchte erst mal mein, schon im Internet reserviertes Hostel um meinen Rucksack dort abzustellen und machte mich dann auf Erkundungstour. Nachdem ich ein wenig Orientierung gewonnen hatte beschloss ich mit einer Gondel-Seilbahn, dem Teleférico auf den Berg San Bernardo zu fahren. Diese Gondeln erinnerten mich schwer an meine Skiurlaube, nur dass da oben angekommen weit und breit kein Schnee zu sehen war.


Von dort oben hatte man dann einen echt schönen Ausblick auf das Tal, in dem Salta liegt und konnte auch die Gebirgsformationen bestaunen! Gegen Mittag wurde es dann erstaunlich warm - in Asunción hatte ich mir schon wieder das Leggins- bzw. Jeans-Tragen angewöhnt gehabt, aber hier, in den Bergen war es tatsächlich wärmer! Und ich hatte mir extra warme Sachen eingepackt gehabt, weil ich dachte, dass es dort viel kälter sei. Aber besser so als andersherum J. Nachmittags buchte ich dann noch meine erste Tagestour, die mich am folgenden Tag nach Cafayate (der Argentinier sagt: „Cafaschate“) führen sollte. Der Vorteil an so touristischen Städten wie Salta liegt nämlich darin, dass man auch als Alleinreisende an quasi jeder Ecke Touren in die nähere Umgebung zu erschwinglichen Preisen erstehen kann.