Mittwoch, 20. November 2013

Nachtrag: Zoo & unverhofft kommt oft

Ja, Mitte September, das ist inzwischen gute zwei Monate her, war ich mit Jessica und Britta zusammen im Zoo. Denn irgendwie konnten wir ja alle damals ziemlich kein Spanisch und hatten mal wieder sonntags nichts vor und so planten wir einen Ausflug in den Zoo - mit Picknick und allem drum & dran. Inzwischen hab ich´s endlich geschafft, meine Fotos von der Kamera zu ziehen und habe auch von Britta ein Foto von Jessica und mir gemailt bekommen. Jetzt kann ich Euch ein paar Fotos zeigen!

Der Eintritt war übrigens erschreckend niedrig: Genau weiß ich´s zwar nicht mehr, aber auf jeden Fall unter 5€. Und wenn man das mal mit den knappen 30€, die Hagenbecks' Tierpark in Hamburg inzwischen kostet, vergleicht, ist das schon echt krass! Jedoch gab´s auch "nur" so um die schätzungsweise 30-40 verschiedene Tierarten und, ehrlich gesagt,  merkte man den niedrigen Eintrittspreis leider auch an den Unterbringungen der Tiere. Naja, konnten wir ja nicht ändern als beschlossen wir, einfach das Beste draus zu machen und unseren gemeinsamen Ausflug zu genießen. Hier noch ein paar Tier-Fotos:












Wir sahen also viele (mehr oder minder) exotische Tiere, so auch Schildkröten, Wasserschweine und Affen. Die Löwen und die Elefanten haben wir nicht finden können - da lobe ich mir doch deutsche Tierparks, in denen alles-alles ausgeschildert ist!
---------------------------------------------------------------------------Nachtrag Ende------------

Am vergangenen Donnerstag habe ich mich mal wieder mit meinem AFS-Betreuer Arturo getroffen; mit ihm über meine Probleme in Projekt & Familie zu reden, tat wieder sehr gut! Er beteuerte auch wieder, sich jetzt mal ein wenig mehr zu "kümmern", mal sehen was dabei rum kommt. Abends habe ich dann mal wieder mit meinen Eltern in Deutschland geskypt, was mir auch neue Kraft gab.

Das Wochenende wurde auch noch ganz schön "bunt", denn am Freitag feierte eine deutsche Freiwillige ihren Geburtstag in einem Club (Uhhh, das erste Mal Tanzen gehen!!!) und da ich eine glücklicherweise eine Übernachtungsmöglichkeit von Patti angeboten bekam, konnte ich sogar teilnehmen! Hier zwei Bilder von Patti und mir kurz bevor wir abgeholt wurden (weil Handykamera, leider miese Qualität)

Und für Kenner: Auf welcher Seite trage ich meinen Scheitel wirklich? :)

Im "Glam" (so hieß der Club) war es auch echt ganz cool - besonders gut hat mir gefallen, dass Frauen freien Eintritt hatten ;-) und es anfangs auch noch Freibier gab. Was jedoch zu erwähnen ist: hier ist es üblich, Tische zu mieten. Ich glaub, dass man "ohne Tisch" nicht mal reingelassen wird. Und so einen Tisch zu reservieren bzw. zu mieten, hat im Glam 200Mil (~35€) gekostet (jedoch mit 150Mil ~26€ Freigetränken). Und da wir ca. 10 Leute (Mix aus Gastschülern und Freiwilligen) waren, "teilten wir den Tisch" einfach fair auf; sodass man mit ~3,50€ dabei war.

Am Samstag war ich sogar auch noch Tanzen - aber das ungeplant. Ich hatte mich mit Britta verabredet, um mit ihr die Fotos ihres Urlaubs anzugucken. Eine Freundin von ihr fragte (schrieb ihr), ob wir nicht noch Lust hätten, weg zu gehen - sie würde uns auch Abholen. Selbst, wenn ich eigentlich nicht darauf vorbereitet war, keine extra Klamotten dafür mitgenommen hatte und auch noch ein wenig kaputt von der vergangenen Nacht war, wollte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen! Und so ging´s dann doch noch los "in" einen Beach-Club (eine "Sunset & Nightbar") in Lambare. Das "in" ist in Anführungs-zeichen gesetzt, da dieser Club open air war, also vllt vergleichbar mit dem Strandsalon (Lübeck) oder Strand-Pauli (Hamburg) und direkt am Rio Paraguay gelegen. Im Vergleich zu denen war das " Costa Mansa" etwas größer, mit Tanzfläche und vor allem das Publikum unterschied sich: Durch die Bank nur High-Society (zu erkennen an den High-(Plateau-) Heels und den teuren Getränken). Glücklicherweise kannte Brittas Freundin den Besitzer, weshalb wir keinen Eintritt zahlen mussten (ich will auch gar nicht wissen, was das gekostet hätte!). Die Location selbst war echt hübsch, jedoch auch, aufgrund des Windes - saukalt - und das, obwohl Britta und ich den Klamottenschnitt pro Frau schon erheblich anhoben! Wir froren trotz Leggings - da gab´s nur eine Lösung: warm-tanzen! Und das zu leider echt schlechter Musik!
Irgendwann wurden wir dann auch wieder heimgefahren und ich war echt noch froh, mich aufgerafft zu haben und mal etwas Anderes gesehen zu haben! Ich übernachtete bei Britta und als wir am nächsten Morgen gegen 11h aufgestanden sind, gab´s auch schon Mittagessen mit ihrer Familie! Anschließend fuhren wir noch in eine Shoppingmall, weil uns nichts anderes einfiel, stöberten dort ein wenig durch die Geschäfte, haben aber nichts gefunden. Naja, nicht so wild, man muss sich ja auch immer wieder vor Augen halten, dass wir beim Hinflug schon Schwierigkeiten mit dem begrenzten Gepäck hatten... Insgesamt hatte ich also ein unverhofft gutes Wochenende! Das wird schwer, das zu übertreffen!

In dieser Woche plane ich, noch zwei andere Deutsche nachmittags in ihren Projekten zu besuchen - darauf bin ich schon gespannt! Ich versuch, euch auf dem Laufenden zu halten & bleib auch dann tapfer, wenn´s mal wieder nicht so einfach ist! Versprochen!
Liebste vorweihnachtliche Grüße (ich hab absolut keine Weihnachtsstimmung bei 30°C - haha!) ins weit entfernte, wunderbare (Nord-) Deutschland J

Mittwoch, 13. November 2013

...von den RHCP und zwei Geburtstagen


Ja, letzten Dienstag war´s endlich soweit: Jessica und ich sahen die Red Hot Chili Peppers live in Asuncion im Jockey Club. Oben seht ihr ein kleines Panorama davon (links und rechts von der Bühne waren solche Tribühnen und hinter uns war noch einmal ein zwei geschossiges "Plateau") - also echt mega-viele Menschen! Wieviele es insgesamt waren, kann ich echt nicht schätzen!










Die RHCP fingen (ohne Vorband) dann auch um kurz nach halb zehn an zu spielen. Altbekannte Hits, und wahrscheinlich auch Neueres (zumindest für mich Unbekanntes) ließen die Zeit sehr schnell vergehen - plötzlich war schon eine Stunde um! Die Light-Show und die Live-Übertragung auf den großen Leinwänden links und rechts von der Bühne machten den Abend genau wie die tierisch ausrastenden Paraguaschos zu einem echten Erlebnis! Insgesamt dauerte das Konzert knappe zwei Stunden - und für die 28€, die das Ticket gekostet hat, war das voll in Ordnung! Nach dem Konzert trafen wir dann noch einen Freund von Jessis Familie, der uns glücklicherweise heimfuhr - sonst hätten wir wohl ein Vermögen beim Taxifahren gelassen!

Am Donnerstag hat Britta ihren Geburtstag im "Brittania" gefeiert (ja, sehr passend, oder?). Dort haben wir lecker geschmaust (Foto rechts) und das Brittania-Bier genossen (auf dem Cover ist eine englische Bulldogge)! Alle ihre Arbeitskollegen kamen vorbei, nur die anderen eingeladenen deutschen Freiwilligen haben´s leider nicht geschafft. Naja, wir führten trotzdem viele sehr nette & lustige Gespräche auf Spanisch und Deutsch (da Brittas Freund aus Deutschland zu Besuch war, der ja kein Spanisch verstand). Übernachtet haben wir dann in einem Hostel in Asuncion, da die Heimfahrt zu lang, zu gefährlich und auch zu teuer gewesen wäre...

Der Freitagabend war vergleichsweise zur Woche sehr unspektakulär: Ich blieb zuhause und habe nur ein wenig mit Deutschland geskypt. Mit Bea, der deutschen Freiwilligen, die vor mir in meinem Projekt in Villa Elisa war, habe ich mich gut ausgetauscht, und aus dem Gespräch viel Mut & Kraft ziehen können!

Am Samstag besuchte ich dann Sol (Solvejg) in der Fundacion Fundar in San Antonio, um mal zu schnuppern, wie es denn bei denen so ist. Dort findet zwar quasi dasselbe wie in meiner Einrichtung, jedoch mit anderen Räumlichkeiten und natürlich einer anderen Profe und anderen Kindern statt.
Jedoch waren die Kinder iwie viel offener und die Atmosphäre zwischen Profe und Kindern auch viel besser. Kann aber auch daran gelegen haben, dass Samstag war und da vllt ein anderes Programm als unter der Woche stattfindet. Mit Sol, die schon ein halbes Jahr länger hier ist, konnte ich auch viel reden, was sehr gut tat - denn es ist schwer, Leute zu finden, die einen "wirklich" verstehen.
Nachmittags traf ich mich dann noch mit Patti und wir kochten zusammen bei ihr zuhause - endlich mal keine zerkochten Nudeln, sondern schön al dente! Um 18h machte ich mich dann dort auf den Weg, um um 19h an einer "Reúnion de Jovenes" (ein Treffen von Jugendlichen) der evangelischen Kirche teilzunehmen - und dank meiner neuen Bibel-App konnte ich die genannten Verse auch immer schön auf Deutsch "nachschlagen" und habe deswegen diesmal schon mehr verstanden! Ich wurde dann gegen 21h heimgefahren und da meine Familie noch auf einem Quince (einem fünfzehnten Geburtstag) war, war ich also wieder allein zuhause :-/ Mit Weggehen ist halt schwierig, wenn man noch niemanden kennt und es halt, sobald es dunkel wird, auch gleich mega-gefährlich wird...

Doch am Sonntag passierte dann noch mal richtig was: Ich wurde auf den vierten Geburtstag von Fernanda mitgenommen. Ich wusste nur, dass sie vier wird und bei Mc Donalds feiert (warum sich dafür alle mega aufgehübscht haben, hab ich  noch nicht verstanden). Haare wurden geglättet, Klamotten gebügelt, man schminkte sich und dann ging´s los - zu Mc Donalds. Alle Gäste waren mega aufgebrezelt und wurden dann auf ein Hamburger-Menü eingeladen - sehr witzig! Nun wurden die Kinder geschminkt und es kam sogar noch ein Zauberer, der weiße Tauben und einen echten Toucan herbeizauberte (wie mir später gesagt wurde, war der Zauberer wohl ziemlich berühmt), seine Show hat die Kinder und mich aber auch echt in Staunen versetzt!




Nach dieser Aktion bei Mc Donalds hatte '"Fer" noch nicht Feierabend, denn am selben Abend war noch ein "Festival de Danza" (eine, und zwar ihre erste, Tanzaufführung) - als kleiner Mariposa (Schmetterling) lief sie ein paar Mal ganz fix über die Bühne. Die Größeren tanzten dann noch traditionelle Tänze, Ballett und Reggaeton. Echt beeindruckend! Danach (und v.a. auch weil der Tag mit 38°C echt mega-heiß war) war ich dann echt erschöpft und freute mich auf "Zuhause". Hier noch ein Foto von den Schmetterlingen:


Und jetzt, am Montag und am Dienstag, habe ich noch nicht viel Neues erlebt. Auch habe ich noch keine Pläne fürs Wochenende, aber mal sehen, langsam wird´s - glaube ich - besser. Vamos a ver...

Dienstag, 5. November 2013

3 Monate ungekrauelt

Ja, jetzt bin ich schon seit drei Monaten hier. Drei Monate nun halte ich es schon ohne Kraueln, ohne vernünftigen Käse und ohne Kaffee aus. Hätte nicht gedacht, dass ich das alles vergleichsweise gut entbehren kann.
Aber ich will ja gar nicht viel rumquatschen, sondern hier davon erzählen, was ich inzwischen erlebt hab. Und das war glücklicherweise endlich mal einiges!

Angefangen mit dem Harfen-Konzert am letzten Samstag (von dem ich ja bereits im letzten Blogeintrag sprach), was wirklich eindrucksvoll war und Gänsehaut hervorgerufen hat! Paraguay scheint jetzt wirklich den neuen Weltrekord zu halten!  










Anschließend wurde ich von Patti noch mit ins „Bolsi“ mitgenommen (die ersten beiden Fotos sind auf dem Weg dorthin entstanden); wir haben uns mit der Schwester und den Cousinen einer anderen Freiwilligen getroffen – und zufälligerweise war an diesem Abend dort "Oktoberfest": das hieß Bier zu einem günstigeren Preis  für uns J – und es gab sogar Brezeln umsonst!



















Und ja, auch die Kellner und Kellnerinnen waren tatsächlich mehr oder minder traditionell gekleidet – ansonsten ist (glücklicherweise) aber keine Bierzeltstimmung aufgekommen. Ich bin ja nicht der größte Fan dieses Festes, aber als wir sogar noch in einer Promo-Aktion T-Shirts geschenkt bekamen (steht dick und fett „Oktoberfest“ drauf, nur auf dem Rücken zum Glück), machte das meinen ersten Ausgeh-Abend wirklich unvergesslich! 

Wir fünf Mädels sind dann noch weiter ins „Rockero“ gezogen (Links ein Foto davon, wie wir durch die Straßen Asuncions ziehen), eine echt saucoole Rock-Kneipe und endlich, endlich endlich finde ich Paraguay doch ein kleines bisschen cool! Da will ich unbedingt nochmal hin! Übernachten konnten wir dann in Capiata bei den Cousinen, um nicht alleine nachts heimfahren zu müssen (was ja in Paraguay nicht geht).

Am Sonntag war ich dann erst noch mit Patti auf´m Markt in San Lorenzo und später noch mit meiner Gastschwester und Britta an der Costanera, wo iwie ein Zombie-Walk stattfand (leider hab ich davon kein Foto für euch). Abends war ich sogar noch mit meiner Mutter mit´m Moto (rrad, also Roller) im Supermarkt, dort haben wir alles für die Empanadas-Herstellung gekauft! Und so ging am Montagabend dann ein weiterer Wunsch (der erste war ja, endlich mal auszugehen) in Erfüllung, denn mir wurde gezeigt, wie man Empanadas macht – echt saulecker! Aber leider auch verboten fettig ;-) (Ja Helge, ich werde in einem gesonderten Essens-Post dann auch mal Rezepte posten – versprochen!)

Das vergangene Wochenende lag ich leider wirklich flach – ich hatte Kotzeritis und Durchfall und das, obwohl ich genau dasselbe wie meine Familie gegessen hatte. Egal, ich hab´s überlebt! Und heute ging´s mir schon wieder so gut, dass ich nach der Arbeit sogar noch ins Fitnessstudio gehen konnte! Und dann wurde ich heute auch noch von meinem Bruder mit in die Kirche genommen – aber das ist eine andere Geschichte. Das erzähl ich nicht mehr heute, denn ich muss jetzt fix ins Bett, weil morgen ja das RED HOT CHILI PEPPERS Konzert ist – auf das ich mich schon tierisch freue!

Insgesamt merkt ihr also: Es wird besser - wenn auch langsam! Und ich nehme mir jetzt auch ganz fest vor, häufiger zu bloggen! Versprochen!
Allerliebste Küsse aus der Ferne, Annie :-*