Ja, das ist wohl die Frage, die mir - sowohl von meinen
deutschen Freunden wie auch von allen Paraguayern - am häufigsten gestellt wird.
Hier in Paraguay antworte ich meist mit „bien“ oder „muy bien“ – weil ich auch gar nicht
weiß, was „geht so“ heißen würde und weil das vielleicht auch unhöflich wäre,
bzw. Nachfragen hervorrufen würde.
Insgesamt finde ich es sehr schwer, diese Frage und „wie es denn so ist - hier drüben“ zu beantworten. Die Antwort: Es ist weder schön noch
schrecklich – es ist vor allem eines: ganz anders! Einerseits habe ich mich nach diesen drei
Wochen schon ganz gut eingelebt, fühle mich ziemlich wohl in meiner Familie und
auch in meinem Projekt.Andererseits bin ich auf einmal so „eingeschränkt“ im
Handeln. Alles, was in Deutschland selbstverständlich war, muss hier erst neu
erlernt werden: neben der Sprache, der Kultur und „Kleinigkeiten“ wie z.B. dem
Busfahren noch so vieles mehr! Nichts ist mehr selbstverständlich. So habe ich
zum Beispiel nach einigen Wasserausfällen die Einrichtung "fließendes Wasser" schon sehr schätzen
gelernt. Und jetzt, bei um die 0° Grad nachts, wünsche ich mir so sehr meine
deutsche Heizung – aber mit 3 Decken und meiner Wärmflasche, die ich glücklicherweise
mitgenommen habe, wird es auch irgendwie gehen. Bisher habe ich alles ja zumindest
überlebt ;-)
Inzwischen bin ich auch schon so versiert im Busfahren,
dass ich schon ein gutes Stück Selbstständigkeit zurück gewonnen habe. Ich
kenne die meisten Wege, die „meine“ Buslinien fahren, habe viele
Orientierungspunkte, die mir Sicherheit geben, und kann mich im Gegensatz zum
Anfang beim Busfahren entspannen, Musik hören und einfach diese andere Welt,
die an einem so vorbeirauscht, genießen. Jetzt kann ich mich sogar schon „alleine“ mit
anderen Deutschen treffen! Das ist sehr schön!
An vieles, was am Anfang super ungewohnt und neu war, habe
ich mich jetzt ganz gut gewöhnt: Zum Beispiel die vielen Verkäufer im Bus. Die
steigen einfach ein und verkaufen von Obst über Kekse, Olivenöl und Waschpulver
eigentlich so ziemlich alles zu super günstigen Preisen. Auch Chipas, Chipitas
und Cuquitos (traditionelles Gebäck) mag ich inzwischen sehr gerne. Hier ein Foto von Chipas:
Chipas
kriegt man im Bus für 2000 Guarani – also ca. 30 Cent – dabei handelt es sich
um Brötchen, die anstelle von Mehl fast nur aus Stärke, verfeinert mit Käse,
bestehen und entsprechend mächtig, aber auch sehr, sehr lecker sind!
Gestern und heute war ich aufgrund der Kälte nicht
auf Arbeit, denn dort gibt es keine Glasscheiben in den Fenstern – geschweige
denn eine Heizung – und bei dieser Kälte (heute Morgen hatten wir nur 1°C) halte
ich es dann echt keine fünf Stunden "draußen" und mit dem Wind aus! Ich will mir
schließlich keine Lungenentzündung einfangen! Da langweilige ich mich lieber
zuhause und gucke mit meinen Geschwistern alle drei Teile „Herr der Ringe“ –
selbstverständlich auf Spanisch :-)
Muchos Besos a todos!













