Mittwoch, 28. August 2013

Wie geht’s? Qué tal?

Ja, das ist wohl die Frage, die mir - sowohl von meinen deutschen Freunden wie auch von allen Paraguayern - am häufigsten gestellt wird. Hier in Paraguay antworte ich meist mit „bien“ oder „muy bien“ – weil ich auch gar nicht weiß, was „geht so“ heißen würde und weil das vielleicht auch unhöflich wäre, bzw. Nachfragen hervorrufen würde.

Insgesamt finde ich es sehr schwer, diese Frage und „wie es denn so ist - hier drüben“ zu beantworten. Die Antwort: Es ist weder schön noch schrecklich – es ist vor allem eines: ganz anders! Einerseits habe ich mich nach diesen drei Wochen schon ganz gut eingelebt, fühle mich ziemlich wohl in meiner Familie und auch in meinem Projekt.Andererseits bin ich auf einmal so „eingeschränkt“ im Handeln. Alles, was in Deutschland selbstverständlich war, muss hier erst neu erlernt werden: neben der Sprache, der Kultur und „Kleinigkeiten“ wie z.B. dem Busfahren noch so vieles mehr! Nichts ist mehr selbstverständlich. So habe ich zum Beispiel nach einigen Wasserausfällen die Einrichtung "fließendes Wasser" schon sehr schätzen gelernt. Und jetzt, bei um die 0° Grad nachts, wünsche ich mir so sehr meine deutsche Heizung – aber mit 3 Decken und meiner Wärmflasche, die ich glücklicherweise mitgenommen habe, wird es auch irgendwie gehen. Bisher habe ich alles ja zumindest überlebt ;-)

Inzwischen bin ich auch schon so versiert im Busfahren, dass ich schon ein gutes Stück Selbstständigkeit zurück gewonnen habe. Ich kenne die meisten Wege, die „meine“ Buslinien fahren, habe viele Orientierungspunkte, die mir Sicherheit geben, und kann mich im Gegensatz zum Anfang beim Busfahren entspannen, Musik hören und einfach diese andere Welt, die an einem so vorbeirauscht, genießen. Jetzt kann ich mich sogar schon „alleine“ mit anderen Deutschen treffen! Das ist sehr schön!

An vieles, was am Anfang super ungewohnt und neu war, habe ich mich jetzt ganz gut gewöhnt: Zum Beispiel die vielen Verkäufer im Bus. Die steigen einfach ein und verkaufen von Obst über Kekse, Olivenöl und Waschpulver eigentlich so ziemlich alles zu super günstigen Preisen. Auch Chipas, Chipitas und Cuquitos (traditionelles Gebäck) mag ich inzwischen sehr gerne. Hier ein Foto von Chipas:


Chipas kriegt man im Bus für 2000 Guarani – also ca. 30 Cent – dabei handelt es sich um Brötchen, die anstelle von Mehl fast nur aus Stärke, verfeinert mit Käse, bestehen und entsprechend mächtig, aber auch sehr, sehr lecker sind!

Gestern und heute war ich aufgrund der Kälte nicht auf Arbeit, denn dort gibt es keine Glasscheiben in den Fenstern – geschweige denn eine Heizung – und bei dieser Kälte (heute Morgen hatten wir nur 1°C) halte ich es dann echt keine fünf Stunden "draußen" und mit dem Wind aus! Ich will mir schließlich keine Lungenentzündung einfangen! Da langweilige ich mich lieber zuhause und gucke mit meinen Geschwistern alle drei Teile „Herr der Ringe“ – selbstverständlich auf Spanisch :-)

Muchos Besos a todos! 

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