Das Essen ist hier im Allgemeinen meist sehr
fettig (häufig frittiert), und eigentlich gibt es kein Gericht ohne Fleisch.
Obligatorisch wird dazu natürlich immer weißes Brot gereicht – als wenn es
nicht vorher schon ungesund genug wäre...(ich weiß, Vollkornbrot ist eine wirklich einsame deutsche Spezialität auf dieser Welt) J
- Sehr typisch ist das Asado (das
Grillen), aber davon hab ich ja jetzt schon häufig genug berichtet. Und wie Ihr
wisst, bin ich ja auch nicht soooo der Fleisch-Fan. Ich ess dann lieber die
Salate oder Mandioka (ähnlich wie Kartoffel, aber viel nussiger).
- Als zweites muss dann die Sopa
Paraguaya genannt werden – eine Art (salziger) Kuchen aus Maismehl, Queso
paraguayo, Margarine, Zwiebeln und Eiern. Diese „Suppe“ (wörtlich übersetzt)
wird oft als Beilage zum Asado gereicht.
Die sogenannte Chipa ‘guazu ist
eine Abwandlung davon, wo zusätzlich noch frischer Mais mit in den „Kuchen“
hinein kommt. Übrigens ist der „Sage“ nach die Sopa Paraguaya wirklich aus
einer Suppe entstanden (daher der Name), welche versehentlich zu lange gekocht
wurde; so entstand – durch Zufall – ein Nationalgericht.
- Sehr typisch sind natürlich auch Empanadas.
Das sind gefüllte Teigtaschen. Die drei beliebtesten Geschmacksrichtungen sind
„Carne“ (Fleisch, meist mit gekochtem Ei), „Pollo“ (Hühnchen) und „Jamon y
Queso“ (Schinken und Käse). An ausgewählten Empanada-Ständen und bei großen
Empanadas-Ketten, wie zum Beispiel „Don Vito“, gibt’s dann auch andere Sorten.
Meine Favoriten sind „Quattro Quesos“ (Vier Käse) und „Choclo“ (Mais mit Käse).
Die Preispanne ist relativ groß: Von 1000 bis zu 3800 Guaranies pro Stück (also
16 - 62 Cent/ Stück), insgesamt auf jeden Fall ein sehr günstiger,
leckerer, gut sättigender Snack – man stelle sich sowas mal in Deutschland vor!
In meiner jetzigen Familie machen wir auch häufig Empanadas selbst: mit
Gemüse-Hühnchen- oder auch Gemüse-Sojafleisch-Füllung – das ist immer ein
Schmaus – natürlich viel leckerer als die von der Straße! Aber eigentlich ist
das Empanada-Zubereiten auch gar nicht so der große Zauber, da man die
Empanada-Rohlinge in jedem Supermarkt kaufen kann. Und die Füllung ist schnell
gemacht. Ohne die Discos jedoch (wie hier die Rohlinge heißen) ist das
natürlich nicht so einfach. Man sagte mir zwar, dass der Teig so wie Nudelteig
sei, also eigentlich ganz einfach, aber ihn selbst zu machen, wenn man ihn auch
kaufen kann, dafür ist man dann halt meist zu faul… Wer macht denn in Deutschland
auch Nudeln selbst? Eben.
- Ein etwas leichter nachzumachender Snack
sind Tortillas. Dabei handelt es sich nicht um die dreieckigen
Chips – das sind Nachos, sondern – ich möchte fast sagen – um herzhafte
(natürlich frittierte) Pfannkuchen. Das Grundrezept aus Eiern, Mehl und Milch
wird dann noch mit „Queso paraguayo“ (einem paraguayanischen Käse), „Cebollitas“
(Frühlingszwiebeln) und anderen Kräutern oder Gemüse verfeinert. Hier ein
Rezept für Euch (und vor allem für dich, Helge):
Tortillas
500 gr Mehl
3 Eier
100 ml Milch
200 ml Wasser
1 EL Salz
Öl zum Frittieren
Optional: geriebener Käse, Lauchzwiebeln, Mais etc
Zubereitung: Zuerst die Eier aufschlagen und mit der Milch verrühren, dann
allmählich das Mehl unterrühren. Klar, der Teig braucht dann wieder mehr
Flüssigkeit – dafür das Wasser. Die Konsistenz soll am Ende dann am Ende auch
eher flüssig sein, sodass man den Teig gut mit einer Kelle in eine Pfanne mit
heißem Öl geben kann. Ach ja: den Esslöffel Salz und die optionalen Zutaten
nicht vergessen!
Tortillas kann man natürlich „pur“ essen,
oder auch mit Reis zu einem „richtigen“ Gericht machen. Aber Obacht: Man sollte
dieses leider echt fettige Gericht nicht zu oft essen ;-) auch wenn es echt
verdammt süchtig macht!
(Anmerkung: Neulich haben wir das Rezept mit Reismehl ausprobiert - das war um einiges "mas liviano" -
also leichter/ gesünder. Weiß aber gar nicht, wo man sowas in Deutschland
kaufen könnte...)
- Auch sehr typisch sind Milanesas. Auf Deutsch: Schnitzel. Die gibt es hier auch an jeder Ecke für kleines Geld zu kaufen. Wie ich finde, sind sie hier leckerer, denn sie werden vor dem Panieren und Frittieren in Oregano, Kumin (das gelbe im Curry), Salz & Pfeffer, Limettensaft uuund Knoblauch eingelegt – und das schmeckt man natürlich auch :-P Die Milanesas isst man dann mit weißem Reis, als „Sandwich de Milansa“ (Schnitzelbrötchen), oder auch einfach pur. Ich musste also erst die halbe Welt umreisen, um zu lernen, wie man richtige Schnitzel zubereitet - Haha!
- Hamburguesas, Lomitos und (Super-) Panchos, sind weitere Snacks, die man auf der Straße für wenig Geld kaufen kann. Dabei handelt es sich um Hamburger (mit Frikadelle), Burger (mit richtigem Fleischlappen) und Hotdogs (der Reihenfolge nach übersetzt). Ein(e) „Hamburguesa completa“, d.h. mit Spiegelei, Käse, Schinken, Salat und Tomate kostet dann so 1,20€ oder so – echt schlimm günstig! Neben „Hamburguesas de pollo“ (mit Hühnchenfrikadelle) bin ich auch noch ein großer Fan des „Lomito arabe“, der fast dem „deutschen“ Dürüm gleicht – also Hühnchen oder Fleisch vom Spieß in arabischem Brot eingerollt (2-3€). Die Panchos, oder Superpanchos (große Hotdogs), haben leider nichts mit den unglaublich leckeren Hotdogs von Ikea gemein, aber so ist das halt: wieder eine Sache mehr, auf die ich mich freue, wenn ich zurückkomme (Ikea dann sogar neu in Lübeck!)
- Zu erwähnen ist dann noch Guiso,
ein Fleisch-Eintopf mit entweder Fleisch oder Hühnchen und Reis oder Nudeln.
Dafür wird zuerst quasi die Soße gekocht, diese dann so stark verwässert, dass
man die Nudeln oder den Reis darin gar kochen kann (entsprechend ist hinterher auch jedes Vitamin verkocht), schmeckt aber trotzdem echt gut.
- Und dann gibt es noch Chipas und Churros.
Chipas werden entweder aus Mandioka-Mehl zusammen mit (mehr oder weniger) Queso
paraguayo, Eiern, Margarine und (dem Latino-Gewürz schlecchthin) Anis
hergestellt – bestehen also quasi nur aus Stärke und Fett, sind somit mächtige
Kalorienbomben! Bei Churros handelt es sich um frittierten Teig, der mit „Dulce
de Leche“ (einer Art Karamellcreme) gefüllt wird und dann in Zimt und Zucker
gerollt wird – das ist selbst mir zu süß!
Wie ihr seht (bzw. lest), gibt es also viel
Fastfood, viel Frittiertes, viele unglaublich leckere Dinge für schrecklich
wenig Geld und an jeder Ecke. Insofern bin ich echt ein bisschen stolz, dass
ich bisher nicht wie ein Hefekuchen aufgegangen bin! Was auch mit an der –
vergleichsweise – gesunden Ernährung in meiner jetzigen Familie liegt! Hier
gibt’s nämlich immer „Pan integral“ (was man zwar mit Vollkornbrot übersetzt,
welches aber natürlich nicht an unser Deutsches herankommt), sowie Salate zu jeder
Mahlzeit. Da bin ich schon sehr froh und deswegen koche ich auch gern mal was
und zeige Gerichte aus „meinem Land“. Wie neulich schon die Franzbrötchen…
Inzwischen läuft jetzt auch der Countdown:
Noch sind´s 73 Tage bis zum 1. Juli – dem Stichtag für den Flug. Und im Gegensatz
zu anderen Freiwilligen, die am liebsten gar nicht mehr zurückfliegen wollen,
freue ich mich drauf, Euch alle „bald“ wieder in die Arme schließen zu können –
auch wenn ich die Empanadas vermissen werde – haha ;-)
... dann bring uns doch auf jeden Fall das Rezept für die Discos mit, dann können wir die Empanadas auch bei uns machen !
AntwortenLöschenGut übrigens, dass auf dem Foto für die Empanadas rechts oben eine Gabel zu sehen ist. Dadurch kann man die Größe erahnen. Sonst hätte ich gedacht, dass sie die Größe von Ravioli haben,