Desarollo Creativo heißt so viel wie „kreative
Entwicklung“. Und dahin möchte ich euch heute mal mitnehmen.
Da ich ja in meinem Projekt nur vormittags arbeite, habe
ich mir Mitte Januar eine zusätzliche Arbeit gesucht. Ich bin einfach zu
Teleton, einer Organisation, die Familien mit behinderten Kindern unterstützt,
hingefahren und hab nachgefragt, ob es was zu helfen gibt. Auf meine Frage wurde äußerst freundlich geantwortet: "Wir brauchen immer Freiwillige! Wie schön, dass Sie sich interessieren!"
Zuerst war meine - im Vergleich zu später - langweilige Aufgabe, Kisten zusammen zu stellen, die
Familien mitgegeben werden, die es aufgrund der Entfernung nicht
regelmäßig ins Rehabilitionszentrum von Teleton schaffen. Diese Kisten enthalten je 7
Briefumschläge mit unterschiedlichen Materialen, mit welchen die Eltern mit
ihren Kindern unterschiedliche Dinge üben können. Sie enthalten zum Beispiel die
Buchstaben des Alphabets, die Ziffern 0 bis 9, Kärtchen mit verschiedenen
Farben und auch aus unterschiedlichen Materialien, um den Tastsinn der Kinder
zu sensibilisieren.
Seit Anfang Februar (mit einer zweiwöchigen Unterbrechung
durch meinen Urlaub) helfe ich jetzt zweimal die Woche in Werkstätten mit
„besonderen“ Kindern – denn behinderte Kinder heißen hier „niños especiales“,
also „besondere Kinder“. Mittwochs findet immer die Theater-Werkstatt und freitags
die Kunst-Werkstatt statt. Es kommen unterschiedlich viele Kinder, aber nie
mehr als 8, somit also immer überschaubar. Wir sind meist zwei Freiwillige, die
das bunte Treiben tatkräftig unter der Anleitung von Andrea unterstützen. Andrea
ist die Leiterin dieser Werkstätten, sie konzipiert und koordiniert die Inhalte
und macht sich auch immer fleißig Notizen über die Entwicklung bzw. das
Verhalten der einzelnen Kinder.
Nun habe ich schon (fast) stummes Handpuppen-Theater
gespielt, viel Farbe aus Pinseln ausgewaschen sowie vom Boden aufgewischt und war so
manches Mal persönliche Assistentin der kleinen Künstler. Ich hatte viel
Spaß mit den kleinen Rabauken und es ist echt schön, jetzt einen Job zu haben, indem ich wirklich gebraucht werde, in dem ich mich noch mehr als nützlich erlebe.
Mit besonderen
Kindern hatte ich ja keine Vorerfahrungen, aber ich muss sagen, dass mir die
Arbeit gefällt, da sie so befreit ist
und immer eine Überraschung für einen bereit hält. So freue ich mich auch immer
schon auf die Mittwoche und Freitage, auch wenn´s echt stressig ist, direkt nach´m
Mittagessen dann wieder los zu fahren. Aber das absolut losgelöste Lachen der Kids gibt einem
viel zurück!
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