Donnerstag, 3. Oktober 2013

Mein erstes Techo-Wochenende

Ja, die Überschrift impliziert es quasi schon: Dies war (erst) das erste Techo-Wochenende - mir hat´s mächtig gut gefallen und ich möchte sehr gerne noch an weiteren Konstruktionen teilnehmen!

Treffpunkt war am Freitagabend um 19h an der Universität Americana. Britta und ich hatten uns vorab schon verabredet, um gemeinsam dorthin zu fahren, denn um 18h wird’s ja dunkel, und deswegen wollte ich nicht allein eine mir (bis dato) unbekannte Adresse suchen. Hat dann auch wunderbar geklappt, auch wenn wir ziemlich ewig auf den Bus warten mussten (Fahrpläne gibt´s ja nicht) und deswegen erst gegen 20h ankamen. Wie sich herausstellte, war unsere Verspätung aber absolut kein Problem – „Hora paraguaya“ halt... Alle Freiwilligen der 150 zu bauenden Häuser haben sich nämlich dort eingefunden und mussten registriert und auf die unterschiedlichen Einsatzorte aufgeteilt werden. Neben Britta und mir haben noch 3 andere deutsche Freiwillige teilgenommen. Alle deutschen Freiwilligen wurden auf unterschiedliche Einsatzorte verteilt. Naja, der Registrierungsprozess zog sich ziemlich hin, da kontinuierlich immer mehr Freiwillige eintrudelten - daher haben wir fünf Deutschen uns entschieden, erstmal ein Bierchen trinken zu gehen. Im nächsten Straßen-Restaurant haben wir uns dann niedergelassen und viel gequatscht & gelacht. Gegen 22h ging das Programm dann tatsächlich weiter – alle Freiwilligen wurden offiziell begrüßt, und auch, wenn ich nicht alles verstanden hab, war´s ne ganz witzige Show. Hier ein Bild:


Anschließend wurden wir mit bestimmt 20 Bussen an unseren jeweiligen Einsatzort gefahren. Los ging´s ins Abenteuer! In einem Bus mit lauter fremden Latinos ging´s für mich nach Luque. Dort wurden wir mit einem kleinen Feuerwerk freundlich in einer Schule empfangen, die für die nächsten Tage unser zuhause wurde. Es gab noch Empanadas und eine kurze Vorstellungsrunde, dann konnten wir gegen 2h auch endlich unsere Schlafsäcke in den Klassenräumen ausrollen.

Am Samstagmorgen wurden wir um 6h(!) geweckt und es gab Bananen, Kakao, Schokolade und Chips zum Frühstück – sehr interessante Mischung! ;-) Und uns wurde erklärt, was heute geschafft werden sollte: Fünfzehn „Pilotas“ (Pfähle) sollten in die Erde versenkt werden und anschließend der Fußboden des Hauses darauf vernagelt werden. Die Techo-Häuser stehen nämlich auf Pfählen, damit sie bei Regen nicht „absaufen“. Wir wurden in Gruppen zu vier Leuten eingeteilt und erhielten unser Werkzeug:


Wir buddelten also die fünfzehn Löcher für die Pfähle (wobei ständig nachgemessen wurde, und die Pfähle mit einer Schlauch-Wasserwaage auf ein Niveau gebracht wurden, damit das Haus dann auch gerade steht). Das Mittagessen haben wir dann mit der Familie, für die wir das Haus gebaut haben, zusammen eingenommen - und das war sehr lecker! Am Nachmittag konnten wir dann die drei vorgefertigten Bodenteile montieren. Gegen 17h waren wir für diesen Tag fertig und es ging zurück in die Schule zum Abendessen. Danach gab´s noch einen echt schönen Programmpunkt: Wir saßen draußen in einem Kreis aus Kerzen und haben uns gegenseitig von den Familien, für die wir bauen, und unserem Tag erzählt. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, habe ich viel „mitbekommen“. Zum Abschluss wurden noch Himmelslaternen losgeschickt – und dann sind wir gegen 24h alle todmüde in unsere „Betten“ gefallen.

Am Sonntag gings dann wieder um 6h los – echt hart!! Aber wir wussten ja, wofür: Heute wollten wir schließlich den Familien ihre neuen Häuser übergeben! Die sechs Fertigwände mussten aufgestellt und vernagelt werden. Hier stehen schon drei der sechs Fertigwände:


Anschließend kommt noch das Dach drauf – kann ja nicht so schwierig sein, dachte ich. Jedoch hatten wir enorme Probleme mit einem echt verzogenen Brett – nachdem wir anfangs (leider erfolglos) versucht hatten, es irgendwie trotzdem mit diesem Brett hinzukriegen, musste das Brett dann doch wieder demontiert und ein neues organisiert werden. Das hat viel Zeit gekostet, so dass die Dunkelheit dann schon einsetzte und wir mit elektrischem Licht weiterarbeiten mussten. Nach zwei so anstrengenden Tagen war dann auch echt die Luft raus. Aber wir haben uns zusammen gerissen und das Haus für die Übergabe mit Luftballons und Girlanden geschmückt. Gegen 20h haben wir dann (endlich!!) feierlich das Haus übergeben. Das war ein echt toller Moment! Erschöpft und müde, aber glücklich – so würde ich das Gefühl nach dem Wochenende im Großen zusammenfassen. Gegen 23h war ich endlich wieder zuhause bei meiner Gastfamilie. Ich hatte echt Glück, dass mich die Eltern eines anderen Freiwilligen mitgenommen haben, sonst wär ich gar nicht wieder nach Haus gekommen!

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