Montag, 23. Dezember 2013

Sommeranfang

Ja, gestern war hier Sommeranfang – d.h. ab jetzt wird’s richtig heiß! Schon jetzt sind 38 Grad keine Ausnahme mehr, aber in den nächsten Wochen werden die Temperaturen wohl stetig über die 40 Gradmarke klettern – mal sehen, wie sich das so leben lässt! Zumindest hab ich ja jetzt erstmal bis (wahrscheinlich) Mitte Januar „frei“. Warum ich das Wort *frei* in Anführungszeichen setze? Weil ich „nur“ frei von meinem Projekt hab –  meine neue Familie nimmt mich nämlich dafür umso mehr in' Beschlag! Dazu später mehr.
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Letzte Woche Montag war die Clausura – also die Jahresend- und Weihnachts-Feier von Fundar, wo „meine“ Kinder (also die Kinder aus der Einrichtung, in der ich arbeite) ein Weihnachtslied aufgeführt bzw. gesungen haben. 




Auch gab es Geschenke und „Fresskörbe“ für die einzelnen Familien – meiner Meinung nach hätte man jedoch für´s selbe Geld bessere (Geschenke und Körbe) wählen können – naja. Wir vier Freiwilligen bekamen auch was: Urkunden (auf die wir selbst unsere Namen schreiben durften) - endlich was, was ich mir hintern Schrank hängen kann! Auf der Rückfahrt (im natürlich viel zu vollen Bus) wurde ich dann darauf hingewiesen, dass ich ab Morgen – übrigens – frei hab (Aha!) und dass mich meine Profe benachrichtigen wird, wann es im neuen Jahr wieder losgeht, denn das stehe bisher noch nicht fest (ja ne, ist klar!). Da Mitte Januar jedoch das Campamiento (Camp) mit den Kids stattfindet, geht´s wohl spätestens dann wieder weiter. Ich verabschiedete mich von den Kids deswegen mit „Feliz Navidad – nos vemos“ (Frohe Weihnachten – wir sehen uns). 
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Techo die Zweite – Ja, gestern war ich ganz spontan (da das meine Gast-Mutter für mich organisiert hat) das zweite Mal bei „un Techo para mi pais“ (Ein Haus für mein Land – „Techo“ heißt zwar wörtlich übersetzt: Dach – aber umgangssprachlich auch Haus). So habe ich gestern mit der Familie „Monti“ zusammen konstruiert – diese Familie arbeitet, wie meine Gast-Mutter, bei Chacomer – daher die Verbindung. 










Dass gestern Familien zusammen ein Haus für eine andere Familie bauen durften, war eine große Besonderheit – sonst ist das Programm ja nur für Schüler (über 18), Freiwillige und Studenten. Gerade junge Menschen sollen die Armut sehen und aktiv bekämpfen, um ein Bewusstsein dafür zu bekommen, etwas bewegen zu können. Die Idee mit seiner "eigenen" Familie ein Wochenende lang gemeinsam ein Haus zu bauen, finde ich großartig - tolle Familien-Aktion! Und die Montis haben mich auch sehr herzlich aufgenommen und mich gleich zu einer Hermana (Schwester) gemacht. Lastimamente (leider) konnte ich das Haus heute nicht mit übergeben, da heute noch eine weitere Abschlussveranstaltung von Fundar stattgefunden hat (diesmal ohne Kinder) – trotzdem hat´s gestern ganz viel Spaß gemacht und ich freu mich schon darauf, das nächste Mal mit anzupacken, um einer weiteren Familie ein besseres Leben zu ermöglichen!
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Wie schon oben erwähnt, nimmt mich meine neue Familie ganz schön in Beschlag: Ich bin nicht nur häufig Babysitterin für meine kleine, neunjährige Gast-Schwester Alison, sondern soll auch noch ständig kochen & backen, und Deutsch-Unterricht erteilen. Klar, einerseits mach ich das super gern, andererseits macht´s halt nicht so den Spaß, wenn´s von einem erwartet wird – täglich! Hier möchte ich euch einfach mal einige Fotos davon zeigen:

(Von links nach rechts: Möhrenbratlinge mit Hummus (Kichererbsenmus) und arabischem Brot, in Parmesan panierte und anschließend frittierte Zucchini- und Auberginenscheiben und Weihnachtsplätzchen in Holstentor-Form) Auch sehr beliebt: Ofengemüse und mein selbstgebackenes Brot J

In meiner alten Gastfamilie hat es mich gestört, dass niemand an mir interessiert war, und ich zu viel Freizeit alleine hatte, da es kein Familienleben gab – und jetzt stört es mich, dass die neue Familie „zu viel“ Interesse zeigt und mich „zu sehr“ einbindet, sodass ich viel zu selten Zeit für mich habe bzw. dafür, irgendetwas zu unternehmen. Ja, mir kann man´s wohl offensichtlich nicht Recht machen – deswegen freu ich mich einfach schon umso mehr darauf, in Deutschland dann wieder „frei“ leben zu können und hoffe soweit einfach mal, dass sich das hier in einem gesundem Maß einpendeln wird – so dass Gastfamilie UND ich glücklich werden…


Hier mal ein Foto (ja eigentlich sind´s ja zwei J - eins mit Tageslicht und eins mit der schönen pinken Lichterkette) von unserem wunderschönem Plastik-Weihnachtsbaum (der mich leider so gar nicht in Weihnachtsstimmung) versetzt, aber übermorgen wird gefeiert – ich werde berichten!

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