Am 20. März (ich weiß, ist schon ne Woche her - aber ich wollte zuerst von Metallica berichten) war ich
die Fundar Einrichtung in Guarambare – Estrellita 2 besuchen. In meiner
Einrichtung war nämlich über sechs Wochen eine AIESEC-Freiwillige aus Chile,
über welche ich auch andere AIESEC-Freiwillige aus Brasilien und auch eine aus
Italien kennengelernt habe.
Kurzer Exkurs zur Organisation AIESEC:
AIESEC wurde 1948 in Stockholm gegründet und ist inzwischen
die größte internationale Studentenorganisation weltweit. Das Ziel der
Organisation ist – ähnlich wie bei AFS – die Völkerverständigung durch
Austausch. Jedoch legt AIESEC einen anderen Fokus: Es werden internationale
Praktika in den Bereichen Management, IT, Soziales und im Bildungsbereich
organisiert und vermittelt; außerdem wird Wissen und Know-How innerhalb der Organisation
auf regionalen, nationalen und internationalen Konferenzen ausgetauscht. AISEC
versucht gezielt Studenten zur Übernahme von Verantwortung und Führungspositionen
zu motivieren, durch begleitende Seminare und Konferenzen sollen diese Führungserfahrungen
dann ausgetauscht werden, um verantwortliche,
tolerante und kulturell-offene Führungskräfte auszubilden. Diese sollen dann zukünftig
Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen – meiner Meinung nach also um
einiges nachhaltiger als das Programm von AFS. Vielleicht kann ich mit denen ja
auch ein Praktikum im Ausland machen?! Mal sehen, da kümmere ich mich drum, wenn ich wieder da bin.
Pricilla, die Italienerin, hat 6 Wochen in Guarambare bei
Fundar gearbeitet, wo ich sie letzten Donnerstag besucht habe. Guarambare ist
verdammt weit draußen! Von Villa Elisa ist´s noch mal ne ganze Stunde im Bus und
man denkt echt schon: da kommt nichts mehr. Pri musste sogar 2 Stunden täglich hin-
und zurückfahren!
In Guarambare dann angekommen, habe ich die Einrichtung
aber schnell finden können und habe den Tag dort mit ihr und den Kindern
verbracht. Es war ein nieseliger Tag, weswegen nur wenige Kinder gekommen
waren. Deswegen wurden auch nicht (wie sonst) Hausaufgaben gemacht, sondern
es wurde gebastelt und gemalt J
Nachdem die Kinder dann nach dem Mittagessen gegangen waren, hatte ich noch ein
sehr gutes Gespräch mit der Profé Norma, die mir nochmal einen anderen Blick auf
die Fundacion Fundar vermittelt hat. „Es fehle nicht am Geld, es würde nur
falsch bzw. gar nicht eingesetzt werden – und bei ihr in Guarambare würde eh
nichts ankommen, weil´s so weit draußen sei“. Das Abflussrohr der Klos sei zum
Beispiel kaputt, das hätte sie zwar schon mehrmals gemeldet, weil vor allem im
Sommer der Gestank manchmal unaushaltbar sei, aber trotzdem würde nichts daran
gemacht werden. Ich bewunderte, wie egal ihr das zu sein schien – als hätte sie
das mit Fundar eh schon aufgegeben, trotzdem wirkte sie nicht entmutigt,
sondern so, als wolle sie halt das Beste aus dieser wirklich schlimmen
Situation machen. Bewundernswert! (Und dass Fundar die Lehrerinnen sowie die
Köchinnen nicht gut bezahlt, ist in dem Zusammenhang natürlich auch keine
Überraschung).
Dieser Besuch und vor allem das Gespräch mit Norma haben
mir echt die Augen ein Stück weiter geöffnet.
Bei Fundar läuft echt vieles falsch, das hatte ich zwar schon vermutet, aber
jetzt weiß ich es wirklich. Und es scheint alles so fest gefahren – diese
Vetternwirtschaft – furchtbar! So blieb mir von dem eigentlich schönen Tag mit Pri
und den Kids ein fieser Nachgeschmack...
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