Donnerstag, 27. März 2014

Estrellita 2 - Fundar Guarambare

Am 20. März (ich weiß, ist schon ne Woche her - aber ich wollte zuerst von Metallica berichten) war ich die Fundar Einrichtung in Guarambare – Estrellita 2 besuchen. In meiner Einrichtung war nämlich über sechs Wochen eine AIESEC-Freiwillige aus Chile, über welche ich auch andere AIESEC-Freiwillige aus Brasilien und auch eine aus Italien kennengelernt habe.

Kurzer Exkurs zur Organisation AIESEC:
AIESEC wurde 1948 in Stockholm gegründet und ist inzwischen die größte internationale Studentenorganisation weltweit. Das Ziel der Organisation ist – ähnlich wie bei AFS – die Völkerverständigung durch Austausch. Jedoch legt AIESEC einen anderen Fokus: Es werden internationale Praktika in den Bereichen Management, IT, Soziales und im Bildungsbereich organisiert und vermittelt; außerdem wird Wissen und Know-How innerhalb der Organisation auf regionalen, nationalen und internationalen Konferenzen ausgetauscht. AISEC versucht gezielt Studenten zur Übernahme von Verantwortung und Führungspositionen zu motivieren, durch begleitende Seminare und Konferenzen sollen diese Führungserfahrungen dann ausgetauscht werden, um verantwortliche, tolerante und kulturell-offene Führungskräfte auszubilden. Diese sollen dann zukünftig Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen – meiner Meinung nach also um einiges nachhaltiger als das Programm von AFS. Vielleicht kann ich mit denen ja auch ein Praktikum im Ausland machen?! Mal sehen, da kümmere ich mich drum, wenn ich wieder da bin.


Pricilla, die Italienerin, hat 6 Wochen in Guarambare bei Fundar gearbeitet, wo ich sie letzten Donnerstag besucht habe. Guarambare ist verdammt weit draußen! Von Villa Elisa ist´s noch mal ne ganze Stunde im Bus und man denkt echt schon: da kommt nichts mehr. Pri musste sogar 2 Stunden täglich hin- und zurückfahren!
In Guarambare dann angekommen, habe ich die Einrichtung aber schnell finden können und habe den Tag dort mit ihr und den Kindern verbracht. Es war ein nieseliger Tag, weswegen nur wenige Kinder gekommen waren. Deswegen wurden auch nicht (wie sonst) Hausaufgaben gemacht, sondern es wurde gebastelt und gemalt J Nachdem die Kinder dann nach dem Mittagessen gegangen waren, hatte ich noch ein sehr gutes Gespräch mit der Profé Norma, die mir nochmal einen anderen Blick auf die Fundacion Fundar vermittelt hat. „Es fehle nicht am Geld, es würde nur falsch bzw. gar nicht eingesetzt werden – und bei ihr in Guarambare würde eh nichts ankommen, weil´s so weit draußen sei“. Das Abflussrohr der Klos sei zum Beispiel kaputt, das hätte sie zwar schon mehrmals gemeldet, weil vor allem im Sommer der Gestank manchmal unaushaltbar sei, aber trotzdem würde nichts daran gemacht werden. Ich bewunderte, wie egal ihr das zu sein schien – als hätte sie das mit Fundar eh schon aufgegeben, trotzdem wirkte sie nicht entmutigt, sondern so, als wolle sie halt das Beste aus dieser wirklich schlimmen Situation machen. Bewundernswert! (Und dass Fundar die Lehrerinnen sowie die Köchinnen nicht gut bezahlt, ist in dem Zusammenhang natürlich auch keine Überraschung).

Dieser Besuch und vor allem das Gespräch mit Norma haben mir echt die Augen ein Stück weiter geöffnet. Bei Fundar läuft echt vieles falsch, das hatte ich zwar schon vermutet, aber jetzt weiß ich es wirklich. Und es scheint alles so fest gefahren – diese Vetternwirtschaft – furchtbar! So blieb mir von dem eigentlich schönen Tag mit Pri und den Kids ein fieser Nachgeschmack... 

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