Montag, 3. März 2014

Mi media naranja

Wie man im Deutschen „meine bessere Hälfte“ sagt, so sagt man im Spanischen „meine halbe Orange“, und gerade die bzw. der war mich für zwei Wochen in Paraguay besuchen. Wir verbrachten zwei wunderbare, leider viel zu schnell vergehende Wochen, von denen ich hier ein wenig berichten möchte.

Kasi landete am 11. Februar und ich holte ihn mit meinem neuen Gast-Bruder zusammen vom Flughafen ab! Wie aufregend! Die ersten Tage verbrachten wir in Asunción und ich zeigte ihm die Sehenswürdigkeiten, meine Lieblingsorte. Er lernte auch meine Familie kennen, mit der wir (ganz typisch) Asado aßen (viiiiel gegrilltes Fleisch). Hier ein Foto von der Costanera:


Dann machten wir uns auch schon bald auf den Weg nach Encarnación. 7 Stunden im Bus, der an jedem Grashalm gehalten hat, waren wirklich anstrengend – aber wir überlebten es irgendwie. Unser Hostel fanden wir ganz schnell und machten anschließend einen ersten Erkundungsspaziergang. Zufälligerweise war genau an diesem Wochenende auch Karneval in Encarnación, sodass wir uns das Spektakel mal von Näherem anschauten.
Für den Karneval wurde extra eine 600m lange Straße gebaut, die auf beiden Seiten Tribünen hat. Durch diese Straße tanzen dann die halbnackten, mit vielen Federn geschmückten Frauen und auch die besonderen – äh – Fahrzeuge fahren dort durch. Für die Tribünen muss man Einritt zahlen (umgerechnet 20€), weshalb wir uns entschlossen hatten, erstmal von außen zu luschern, ob uns das gefällt - und das reichte uns auch schon! Wir stellten uns auch noch kurz an das Ende dieser „Straße“ und schauten zu, wie die Tänzerinnen die dort ankamen, ihre Federn & Schuhe von sich warfen und von den Helfern Wasser gereicht bekamen – das war witzig J

Ein Highlight war auf jeden Fall auch das Astra, dass mir Kasi aus Lübeck mitgebracht hatte – wie sehr ich das vermisst hatte! Uh Mann! Aber an die 1 Liter Flaschen hier in Paraguay kann man sich auch gewöhnen ;-)


Von Encarnación ging´s dann weiter nach Ciudad del Este – wieder eine 6stündige Busfahrt. Und da das gebuchte Hostel in Puerto lag, mussten wir von CdE noch eine weitere Stunde ´rüber nach Argentinien fahren. Dort im Dreiländereck (Paraguay – Brasilien – Argentinien) liegen nämlich die berühmten Wasserfälle, sowie der riiiiesige Staudamm Itaipu, die wir unbedingt besuchen wollten.

Am ersten Tag fuhren wir zu den Cataratas (den Wasserfällen), besichtigten sie von der argentinischen Seite. Das war uns im Vorhinein mehrmals empfohlen worden (die brasilianische Seite soll nicht ganz so schön sein). Die Wasserfälle waren ein beeindruckendes Naturerlebnis!! Und wir sahen sogar Affen, so komische Nasentiere und Krokodile in freier Wildbahn!

Am nächsten Tag ging´s den Staudamm besuchen. Dafür mussten wir erst mal zurück nach Ciudad del Este (Paraguay) und uns dort dann durchfragen. Zu unserem Erstaunen gab es keinen Bus, der direkt dorthin fährt (zu den Wasserfällen fahren bestimmt 20 unterschiedliche Busunternehmen!). Also mussten wir mit den normalen Öffi-Bussen fahren und - gefühlt - im Nichts aussteigen. Man sagte uns noch, dass wir da über die Straße müssten und dann nach links laufen – aha! So war schon das Hinkommen sehr abenteuerlich! Dort meldeten wir uns in einer riesigen klimatisierten Halle für die Führung an und bekamen auch gleich deutsche (!!!) Broschüren in die Hand gedrückt. Zur Einführung gab es einen ca. viertelstündigen Film (auf Englisch) und anschließend wurden wir mit einem weiteren Gast (also zu dritt) mit eigenem Guide in einem Reisebus (!!!) über´s Gelände kutschiert und uns wurde alles noch mal live erklärt! Der Staudamm mit seinen 18 Turbinen und auch der riesige Stausee waren echt eindrucksvoll!


Da der Staudamm ein „bi-nationales“ Projekt der Länder ist, teilen sich Brasilien und Paraguay auch den Strom. Ich weiß es nicht mehr so ganz genau, aber ich glaube, dass Paraguay allein mit 2 Turbinen 90% des Bedarfs deckt und Brasilien mit den restlichen 16 Turbinen ca. 30% ihres Bedarfs. Uns wurde gesagt, dass quasi jedem Land die Hälfte der Turbinen gehören und dass Paraguay den Strom, den sie nicht brauchen (also von 7 Turbinen) an Brasilien verkauft - aber wer weiß, ob das stimmt (dafür sind die hier alle leider viel zu korrupt - ich könnte mir vorstellen, dass man da Paraguay ordentlich über´s Ohr gehauen hat und sie die Hälfte der Kosten des Baus zahlen mussten und jetzt den "überflüssigen" Strom, wenn überhaupt, für n Appel und n Ei an Brasilien verscheuern müssen...)

Hier ist noch ein Foto davon, wie wir uns einmal „zum Feierabend“ spontan mit Klamotten im Pool abgekühlt haben J


Nach den Abenteuern des Dreiländerecks fuhren wir zurück nach Asunción, wo wir noch einige schöne Tage mit meiner Gast-Familie verbrachten. Unter anderem fuhren wir mit meinen Gast-Brüdern auch zum Fußballspiel des Clubs Olympia – wofür Kasi sogar ein Trikot geschenkt bekam!

Insgesamt sind die zwei Wochen mit meiner halben Orange leider viel zu schnell vergangen, aber wir blicken beide auf sehr viele schöne Erlebnisse zurück! Jetzt ist er schon fast wieder eine Woche zurück in Deutschland und wir freuen uns jetzt schon auf unser Wiedersehen in ca. 4 Monaten!

Diese verbleibende Zeit werde ich jetzt, in meiner neuen tollen Familie, in die ich mich erst jetzt „richtig“ einleben kann, auf jeden Fall genießen! Liebe Grüße in die Heimat,
Eure Annie

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