Ich habe mich am Samstag, dem 15. März einem Ausflug von
AFS-Freiwilligen und AFS-Austauschschülern nach Salto Cristal angeschlossen. Salto
Cristal gehört quasi zu den Sehenswürdigkeiten Paraguays. Es handelt sich dabei
um einen Wasserfall, der ziemlich abgeschnitten in der Pampa liegt (158 km von
Asunción entfernt) und deswegen eigentlich unerreichbar für mich.
Glücklicherweise hatte sich José Romero (genannt Romero), ein
Paraguayo, der wie viele andere Paraguayos diesen Wasserfall noch nicht gesehen
hatte, bereit erklärt, den Ausflug zu organisieren – es war also kein von AFS
organisierter Ausflug (wär ja auch zu cool, wenn AFS sowas planen und anbieten würde). Romero hatte eine Facebook-Veranstaltung erstellt und
alle Austauschprogrammteilnehmer eingeladen; so kam es, dass wir ein bunt
zusammengewürfelter Haufen aus den unterschiedlichsten Ländern (Ammis, Belgier,
Italiener, Deutsche und Paraguayos) waren.
Angesagt war Folgendes: Start um 7h beim AFS-Büro, es
gäbe 20 Plätze, die Teilnahme würde 90 Mil Guaranies (~15€) kosten (und außer
der Fahrt nichts beinhalten); wir würden gegen 19h wieder beim AFS-Büro
eintreffen.
Ich entschied mich kurzerhand, an diesem „Event“
teilzunehmen, da ich noch keine weiteren Pläne fürs Wochenende hatte und ich
auch diese (wahrscheinlich) einmalige Chance nicht verstreichen lassen wollte.
Geschehen ist Folgendes:
Das Abenteuer ging schon damit los, dass ich eine Stunde mit´m Bus zum AFS-Büro brauche und es morgens um 6h noch dunkel ist. Da "dunkel" mit
"gefährlich" gleichzusetzen ist, war ich sehr froh, als mir meine Gast-Eltern
anboten, mich doch hin zu fahren - das sei doch kein Problem. So standen wir also gemeinsam am Samstagmorgen um 6h
auf (denn mit´m Auto braucht man nur ne halbe Stunde) und fuhren in der
Morgendämmerung zum AFS-Büro. Ich und ein anderer Deutscher waren die einzigen
Pünktlichen – was hatte ich auch anderes erwartet?
Bis 8h waren dann inzwischen auch alle anderen eingetrudelt und es ging
endlich los! Angeblich sollte die Fahrt 2 Stunden dauern, aber selbst Googlemaps
sagte voraus, dass die Strecke 3 Stunden dauern würde – nunja, das hätte mir schon im
Vorhinein zu denken geben sollen. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt fing
es an zu regnen – Oh Nein! – da aber das paraguayische Wetter sehr unberechenbar
ist, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben den
Wasserfall doch noch unter Sonnenschein zu sehen. Der Regen dauerte aber leider an und machte den „Weg“, den wir eigentlich befahren wollten (wie gesagt Salto Cristal
liegt mega in der Pampa), unpassierbar. Also mussten wir einen Umweg von
bestimmt 50 km fahren und einen anderen Weg probieren.
Natürlich blieb unser Bus dann im roten, vom Regen
durchnässten, Schlamm stecken – also hieß es: Aussteigen, den Weg mit vom
Wegesrand abgebrochenem Zuckerrohr ebnen und Anschieben!
So kämpften wir bestimmt ne halbe Stunde, um den Bus
zu befreien – glücklicherweise mit Erfolg! Sonst wären wir wohl selbst verloren in der Pampa gewesen – denn außer
uns war da wirklich NICHTS! Dann kamen wir tatsächlich ohne weitere
Schwierigkeiten bei dem „Parkplatz“ an – nach insgesamt sieben (!!!) Stunden
Fahrt! Dort sollten wir pro Kopf noch 10 Mil Guaranies (~1,80€) „Eintritt“
zahlen – eigentlich reine Abzocke, aber das war uns dann auch schon egal. Angeblich sollten wir uns nur noch 700 m
entfernt befinden (Ihr riecht schon den Braten, dass da auch wieder was im Busch war). Die
ersten 500 m konnten wir auf einem Weg, ich möchte fast sagen, einer Straße, zurücklegen - aber das
wär eher übertrieben. Dann ging´s auf einem Pfad weiter, der auf
einmal steil (und ich mein damit
seeehr steil) hinabging! Seht selbst:
Ich Fuchs hatte damit leider nicht gerechnet und musste
diese „Schlucht“ barfuß hinunterklettern, da Flip Flops mir nur noch weniger
halt gegeben hätten. Da ich ja barfuß-erprobt bin, klappte das auch ganz gut. Unten angekommen, hieß es dann: noch ca. 100 m ein Flüsschen
hochwaten (knietiefes Wasser)...
Und schließlich waren wir schon (endlich endlich) da! Ein (geschätzt bestimmt) über 30 m hoher Wasserfall war die Belohnung für den Stress – wunderbar unberührt. Der Anblick war wirklich (trotz leider fehlendem Sonnenschein) beeindruckend schön!! Das erste Mal in Paraguay "richtig" (also nicht in irgendeinem Pool) schwimmen! Alle Anstrengungen, dieses Ziel zu erreichen, waren sofort wie weggeblasen - so beeindruckt waren wir!
Und schließlich waren wir schon (endlich endlich) da! Ein (geschätzt bestimmt) über 30 m hoher Wasserfall war die Belohnung für den Stress – wunderbar unberührt. Der Anblick war wirklich (trotz leider fehlendem Sonnenschein) beeindruckend schön!! Das erste Mal in Paraguay "richtig" (also nicht in irgendeinem Pool) schwimmen! Alle Anstrengungen, dieses Ziel zu erreichen, waren sofort wie weggeblasen - so beeindruckt waren wir!
Nach unendlich vielen Fotos und vielen vielen Sprüngen der
Anderen (ihr seht´s ein wenig im Hintergrund), machten wir uns nach ca. 2 Stunden auf den Rückweg zum Bus. Die „Schlucht“
wieder hoch zu klettern war glücklicherweise um einiges einfacher als runter,
trotzdem zitterten meine Knie zeitweise und an einigen Punkten musste ich meinen
Körper auch wirklich zwingen, meinem Kopf zu gehorchen, denn ich war echt
erschöpft! Gegen 18 h traten wir dann die Rückreise an – klar, dass wir´s also
niemals bis 19 h zurück zum AFS-Büro geschafft hätten.
Wir genossen den Sonnenuntergang aus dem
Bus heraus und machten uns dann erst anschließend Sorgen, wie wir im Dunkeln (sicher)
nach Hause kommen sollten. Ich hatte großes Glück, dass es für meinen Gast-Vater
keine Frage war, mich um 22:30h (!!!) wieder abzuholen! Dafür war ich sehr sehr
dankbar! Todmüde fiel ich nach diesem ereignisreichen Tag ins Bett. Was für
ein Abenteuer! Hat sich aber in jeder Hinsicht gelohnt, auch wenn ich an den
beiden darauffolgenden Tagen mit hartem Muskelkater zu kämpfen hatte! J


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